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Ocrelizumab 2019-01-29T09:35:44+00:00

Ocrelizumab

Das Immunsuppressivum Ocrelizumab (Ocrevus®) wurde als erstes Medikament zur Therapie der primär chronisch progredienten Verlaufsform von Multipler Sklerose zugelassen.

Wirkung:
Ocrelizumab wirkt durch die Hemmung der B-Zellen und ist in Österreich seit 2018 zur Behandlung der frühen primär progredienten und der schubförmig verlaufenden Form von MS zugelassen. Bei Ocrelizumab handelt es sich um einen humanisierten monoklonalen Antikörper gegen das B-Lymphozytenantigen CD20. Der Antikörper bindet an CD20-positive B-Zellen, die bei Multipler Sklerose eine große Rolle spielen, und führt zur – reversiblen – Elimination dieser Zellen.

Verabreichung
2x/ Jahr, intravenös
anfangs 2 Initial-Infusionen im Abstand von zwei Wochen, danach halbjährliche Infusionen

Nebenwirkungen:
Zu den wichtigsten Nebenwirkungen zählen Veränderung der körpereigenen Abwehr wie grippeähnliche Nebenwirkungen, Kopfschmerzen, Knochenschmerzen, gesteigerte Infektanfälligkeit und in einzelnen Fällen allergische Reaktionen auf die Substanz, Infusionsreaktionen wie Juckreiz, Hautausschlag und Atembeschwerden, leichte bis mittelschwere Infektionen der oberen Atemwege und Kopfschmerzen.
In Studien wurde eine leicht erhöhte Zahl von Krebserkrankungen (insbesondere Brustkrebs) gegenüber Plazebo festgestellt, die aber der Krebsrate der Allgemeinbevölkerung zu entsprechen scheint.
Ein Fall einer Progessiven Multifokalen Leukenzephalopathie (PML) unter Ocrelizumab dürfte auf die vorangegangene Behandlung mit Natalizumab zurückzuführen sein, also eine sogenannte carry-over-Konstellation zu einem Zeitpunkt, zu dem die PML vor der Ocrelizumab-Inbfusion klinisch noch nicht erkennbar war. Regelmäßige neurologische Kontrollen zum PML-Screening sind anzuraten.
Auftretende Infekte sollten rasch und ausreichend behandelt werden.