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Sexualität

Sexualität2019-02-15T13:18:39+01:00

MS und Sexualität

Symbolbild Sexualität: Füße von zwei Personen unter einer Bettdecke, Credit: rawpixel, Unsplash

Multiple Sklerose kann sich auf das Sexualleben auswirken. Obwohl sexuelle Probleme sehr häufig auftreten, stellen sie sowohl für Menschen mit MS als auch jene, die nicht von der Erkrankung betroffen sind, nach wie vor ein Tabu dar.

Viele Menschen, die Probleme mit ihrer Sexualität haben, trauen sich nicht, nach Antworten auf ihre Fragen zu suchen oder mit ihrer Ärztin bzw. ihrem Arzt über sexuelle Probleme zu sprechen. Sie haben auch häufig Angst, sich darüber mit einer geliebten oder befreundeten Person auszutauschen.

Wenn MS-Betroffene mit ihrer Neurologin oder ihrem Neurologen nicht über sexuelle Themen zu sprechen, können diese entsprechende Herausforderungen nicht richtig interpretieren und gehen davon aus, dass es keine sexuellen Probleme gibt.

Sexuelle Probleme lassen sich in drei Kategorien unterteilen:

  1. Sexuelle Herausforderungen, die durch die Schädigung des zentralen Nervensystems hervorgerufen werden.
  2. Sexuelle Herausforderungen, die durch andere Symptome der MS hervorgerufen werden.
  3. Sexuelle Herausforderungen, die durch emotionale Aspekte der MS hervorgerufen werden.

Sexuelle Herausforderungen, die durch die Schädigung des zentralen Nervensystems hervorgerufen werden:

  • Läsionen können sich negativ auf die Erregung auswirken und sensorische Veränderungen hervorrufen.
  • Bei Frauen kann es zu einer geringeren vaginalen Feuchtigkeit und Organsmusproblemen kommen.
  • Männer können Schwierigkeiten haben, eine Erektion aufrechtzuerhalten und/oder zu ejakulieren.

Sexuelle Herausforderungen, die durch andere Symptome der MS hervorgerufen werden:

  • Probleme mit Blase und Darm können Betroffene verlegen machen und während sexueller Handlungen stören. Manche verzichten aus Angst vor möglichen Blasen- und Darmproblemen von vornherein auf Sex.
  • Spastizität, Tremor und Schwäche können sich auf die Bewegungsfähigkeit auswirken und machen manche sexuellen Positionen unbequem oder schmerzhaft.
  • Sensorische Veränderungen und Schmerzen können die Freude an der Sexualität trüben.
  • Fatigue und kognitive Probleme können das sexuelle Verlangen einschränken.
  • Nebenwirkungen von einigen Medikamenten können direkt die sexuelle Leistung und das Verlangen nach Sexualität beeinflussen.

Sexuelle Herausforderungen, die durch emotionale Aspekte der MS hervorgerufen werden:

  • Psychosoziale und kulturelle Probleme können die Einstellung zur Sexualität beeinflussen.
  • Das Körperbild, Stimmungsschwankungen und die Selbstachtung können die Intimität beeinflussen.
  • Die Veränderungsdynamik einer Beziehung, beispielsweise wenn die geliebte Person zur Pflegeperson wird, kann sich auf die sexuelle Beziehung auswirken.

Von MS betroffen zu sein bedeutet nicht, ein befriedigendes Sexualleben aufgeben zu müssen.

  • Achten Sie darauf, wie sich Ihr Körper verändert, und sprechen Sie über Probleme offen mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt!
  • Lassen Sie sich dabei helfen, Strategien zu entwickeln, wie Sie mit den Herausforderungen umgehen können!
  • Egal, ob Sie alleinstehend sind oder in einer Paarbeziehung leben: Teilen Sie Ihre Bedenken mit Ihrer Partnerin bzw. Ihrem Partner!
  • Teilen Sie Ihre Sorgen mit Ihrer Partnerin bzw. Ihrem Partner oder einer nahestehenden Person!
  • Helfen Sie Ihren Mitmenschen, damit diese mehr auf Ihre Bedürfnisse achten können!

Keine Lust mehr – Auswirkungen der MS auf die Sexualität
Dr. Maximilian Rom, Krankenhaus Hietzing