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Interferon-beta 1a2019-07-25T12:30:36+02:00

Interferon-beta 1a

Mit Interferon-beta steht ein Medikament als Injektion zur Therapie der Multiplen Sklerose (MS) zur Verfügung. Es ist in verschiedenen Darreichungsformen mit unterschiedlichen Injektionsabständen und -wegen verfügbar.

Interferon-beta 1a (Avonex®) kommt als Basistherapie bei Menschen mit schubförmiger Multipler Sklerose (MS) zum Einsatz.

Interferon-beta 1a wird angewendet zur Behandlung von:

  • Patientinnen und Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose (MS). In klinischen Studien war diese durch mindestens zwei akut auftretende Schübe während der letzten drei Jahre gekennzeichnet ohne Hinweise auf ein kontinuierliches Fortschreiten der Erkrankung zwischen den Schüben. Interferon-beta 1a verlangsamt das Fortschreiten der Behinderung und verringert die Häufigkeit von Schüben.
  • Patientinnen und Patienten nach einem einmaligen demyelinisierenden Ereignis mit aktivem, entzündlichen Prozess, wenn dieses demyelinisierende Ereignis eine intravenöse Kortikosteroidtherapie rechtfertigt,  alternative Diagnosen ausgeschlossen wurden und ein hohes Risiko für die Entwicklung einer klinisch gesicherten Multiplen Sklerose besteht.

Interferon-beta 1a ist bei Patientinnen und Patienten, die eine progrediente Form der MS entwickeln, abzusetzen.

Anwendung

Die empfohlene Dosis für die Behandlung schubförmiger Verlaufsformen der MS beträgt 30 Mikrogramm (1 ml Lösung), einmal wöchentlich verabreicht als subkutane Injektion.

Gegenanzeigen

  • Behandlungsbeginn während der Schwangerschaft
  • Patientinnen und Patienten mit einer bekannten Überempfindlichkeit gegen natürliches oder rekombinantes Interferon-β, Humanalbumin oder einen der sonstigen Bestandteile.
  • Patientinnen und Patienten, die aktuell an schweren Depressionen erkrankt sind und/oder Suizidgedanken haben

Schwangerschaft und Stillzeit

Es liegen keine hinreichenden Daten für die Verwendung von Interferon-beta 1a bei Schwangeren vor. Die verfügbaren Daten deuten auf ein möglicherweise erhöhtes Risiko für Spontanaborte hin. Die Einleitung der Behandlung während der Schwangerschaft ist kontraindiziert. Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Es ist nicht bekannt, ob Interferon-beta 1a in die Muttermilch übergeht. Auf Grund möglicher ernsthafter Nebenwirkungen beim Säugling sollte entweder abgestillt oder die Behandlung beendet werden.

Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen sind grippeähnliche Symptome wie Muskelschmerzen, Fieber, Schüttelfrost, Schwitzen, Asthenie, Kopfschmerzen und Übelkeit sowie Reaktionen an der Injektionsstelle wie Rötung, Verhärtung, kleine Blutergüsse.

Nach den Injektionen können vorübergehende neurologische Symptome auftreten, die möglicherweise MS-Schübe vortäuschen. Zu jeder Zeit während der Behandlung können vorübergehende Episoden von erhöhtem Muskeltonus und/oder starker Muskelschwäche auftreten, die willkürliche Bewegungen verhindern. Diese Vorfälle sind von begrenzter Dauer, stehen in zeitlichem Zusammenhang zu den Injektionen und können nach weiteren Injektionen erneut auftreten. In einigen Fällen sind diese Symptome mit grippeähnlichen Symptomen assoziiert.

Darüber hinaus können Depressionen, Hautausschläge und eine erhöhte Neigung zu Krampfanfällen auftreten.

Quelle:  Europäische Arzneimittel-Agentur

Avonex® (Interferon-beta 1a) ist in der Dosis von 30 µg (Injektion in den Muskel einmal pro Woche) für die Behandlung des sogenannten klinisch isolierten Syndroms (KIS) als auch der schubförmigremittierend verlaufenden Multiplen Sklerose (RRMS) zugelassen. Avonex® wurde in großen klinischen Studien an MS-Patienten mit KIS und RRMS getestet. Dabei hat sich das Medikament im Vergleich zu einer Placebobehandlung als wirksam erwiesen, da Krankheitsschübe reduziert und das Fortschreiten der Behinderung gebremst
werden konnten.
(Kompetenznetz Multiple Sklerose)