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Interferon-beta 1a2019-07-25T12:29:10+02:00

Interferon-beta 1a

Mit Interferon-beta steht ein Medikament als Injektion zur Therapie der Multiplen Sklerose (MS) zur Verfügung. Es ist in verschiedenen Darreichungsformen mit unterschiedlichen Injektionsabständen und -wegen verfügbar.

Interferon-beta 1a (Rebif®) kommt als Basistherapie bei Menschen mit schubförmiger Multipler Sklerose (MS) zum Einsatz.

Interferon-beta 1a wird angewendet zur Behandlung von:

  • Patientinnen und Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose. In klinischen Studien wurde dies durch zwei oder mehr akute Schübe innerhalb der vorausgegangenen zwei Jahre charakterisiert.

Interferon-beta 1a ist bei Patientinnen und Patienten, die eine progrediente Form der MS entwickeln, abzusetzen.

Anwendung

Die empfohlene Dosierung beträgt 44 Mikrogramm, dreimal pro Woche durch subkutane Injektion verabreicht. Eine niedrigere Dosierung von 22 Mikrogramm, ebenfalls dreimal pro Woche subkutan zu injizieren, wird zur Behandlung von Patientinnen und Patienten empfohlen, die nach Ansicht der behandelnden Ärztin bzw. behandelnden Arztes die höhere Dosierung nicht vertragen können.
Bei der erstmaligen Anwendung vwird empfohlen, die Dosis allmählich zu steigern.

Gegenanzeigen

  • Behandlungsbeginn während der Schwangerschaft
  • Patientinnen und Patienten mit einer bekannten Überempfindlichkeit gegen natürliches oder rekombinantes Interferon-β, Humanalbumin oder einen der sonstigen Bestandteile.
  • Patientinnen und Patienten, die aktuell an schweren Depressionen erkrankt sind und/oder Suizidgedanken haben

Schwangerschaft und Stillzeit

Es liegen keine hinreichenden Daten für die Verwendung von Interferon-beta 1a bei Schwangeren vor. Die verfügbaren Daten deuten auf ein möglicherweise erhöhtes Risiko für Spontanaborte hin. Die Einleitung der Behandlung während der Schwangerschaft ist kontraindiziert. Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Es ist nicht bekannt, ob Interferon-beta 1a in die Muttermilch übergeht. Auf Grund möglicher ernsthafter Nebenwirkungen beim Säugling sollte entweder abgestillt oder die Behandlung beendet werden.

Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen sind grippeähnliche Symptome wie Schüttelfrost, Schwitzen, Unwohlsein und Kopfschmerzen, Entzündungen und Hautreaktionen an der Einstichstelle, der Anstieg bestimmter Leberwerte (Transaminasen) und Veränderungen des Blutbildes (Verminderung der Zahl der roten oder weißen Blutzellen bzw. der Blutplättchen).
Häufig treten Depression, Schlaflosigkeit, Durchfall, Erbrechen, Übelkeit, Hautausschlag, Juckreiz, Hautrötung, Muskel- oder Gelenkschmerzen, Schmerzen an der Einstichstelle sowie Müdigkeit und Fieber auf.
Gelegentlich kommt es zu Abszessen und Gewebszerstörung an der Injektionsstelle sowie zu Schilddrüsenfunktionsstörungen.
Darüber hinaus kann es zu schweren Leberschädigungen kommen, weshalb während der Behandlung engmaschige Kontrollen der Leberwerte durchzuführen sind.

Bei Patientinnen und Patienten mit Depressionen, bekannten Krampfanfällen (Epilepsie), Herzerkrankungen, schweren Lebererkrankungen und Schilddrüsenfunktionsstörungen ist Vorsicht geboten.

Die Mehrheit der Nebenwirkungen, die unter Interferon beta-1a beobachtet werden, verlaufen gewöhnlich leicht und reversibel und sprechen gut auf eine Dosisreduzierung an. Im Fall von schweren oder anhaltenden Nebenwirkungen kann nach ärztlichem Ermessen die Dosis vorübergehend gesenkt oder die Anwendung unterbrochen werden.

Rebif® (Interferon-beta 1a) ist in den Dosierungen von 22 µg und 44 µg (Injektion unter die Haut 3 x wöchentlich) für die Behandlung des klinisch isolierten Syndroms (KIS), der schubförmig-remittierenden MS (RRMS) und der sekundär chronisch progredienten MS (SPMS) mit noch vorhandener Schubaktivität zugelassen. Rebif® wurde in großen klinischen Studien an MS-Patienten mit KIS, RRMS und SPMS getestet. Dabei hat sich das Medikament im Vergleich zu einer Placebobehandlung als wirksam erwiesen, da Krankheitsschübe reduziert und das Fortschreiten der Behinderung gebremst werden konnten.
(Kompetenznetz Multiple Sklerose)

Quelle:  Europäische Arzneimittel-Agentur