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Uhthoff-Phänomen

Uhthoff-Phänomen 2018-08-06T12:32:55+00:00

Uhthoff-Phänomen

Symbolbild Sommer: Krug und Glase mit Mineralwasser, Eiswürfeln, Limetten und Minze, Credit: PhotoMIX-Company, Pixabay

Das Uhthoff-Phänomen – eine vorübergehende Verschlimmerung typischer Symptome der Multiplen Sklerose oder der allgemeinen Leistungsfähigkeit unter dem Einfluss von Hitze oder erhöhter Körpertemperatur – lässt sich vor allem mit kühlenden Maßnahmen und Sport in den Griff kriegen.

Rund 80 Prozent der Menschen mit Multipler Sklerose sind vom sogenannten „Uhthoff-Syndrom“ betroffen. Dieses lässt sich vor allem darauf zurückführen, dass Funktionsstörungen vorgeschädigter Nerven durch äußere Hitzeeinwirkung oder erhöhte Körpertemperatur häufiger auftreten als bei normalen Temperaturverhältnissen.

Leitungsblockierung bei höheren Temperaturen

Die temperaturbedingte Verschlechterung der Leitfähigkeit demyelinisierter Axone kann auch eine vorübergehende Minderung der Sehschärfe nach körperlicher Anstrengung bewirken und betrifft neben MS-Betroffenen auch Menschen mit anderen demyelinisierenden Erkrankungen. Die Symptome können Fatigue verschlechtern und sich im schlimmsten Fall in vorübergehenden, kompletten Lähmungserscheinungen zeigen, bilden sich jedoch stets zurück.

Was hilft?

Aktive Kühlung und das Meiden von Auslösern des Uhthoff-Phänomens können eine Linderung der Symptome bewirken. Auch der Aufenthalt in gekühlten Räumen ist anzuraten. Es empfiehlt sich, viel zu trinken – vor allem kühle Getränke oder kleine Schlucke eines eiskalten Getränks. Auch Obstsorten wie Äpfel, Ananas und Melone haben einen kühlenden Effekt.

Wer körperlich fit ist, kann dem Uhthoff-Syndrom ein Schnippchen schlagen. Besonders empfehlenswert ist eine regelmäßige körperliche Betätigung mit Sportarten wie Schwimmen.

Auch kühlende Kleidungsstücke wie Kühlarmbänder, Kühlwesten oder ein in der Gefriertruhe gekühltes Funktionsshirt können andere symptomatische und krankheitsmodifizierende Behandlungsansätze ergänzen.

Sollten die Symptome mehr als 24 Stunden lang kontinuierlich anhalten, kann es sich um einen Schub handeln. Bei Zweifeln suchen Sie bitte fachärztlichen Rat.