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Diagnose 2018-01-26T12:09:37+00:00

Diagnose

MRT-Untersuchung, Credit: Shutterstock

Die Anfangsbeschwerden der Multiplen Sklerose können sehr vielfältig sein (siehe Symptome). Daher werden die Anzeichen nicht immer gleich dieser Erkrankung zugeordnet. Für die genaue Abklärung – auch hinsichtlich anderer neurologischer Erkrankungen – ist eine gründliche klinische Untersuchung durch eine erfahrene Neurologin bzw. einen erfahrenen Neurologen wichtig.

Anamnese

Die Untersuchung beinhaltet eine genaue Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese). Denn häufig lassen sich frühere unklare Symptome, die wieder verschwunden sind, rückwirkend als erste Anzeichen einer MS feststellen.

Magnetresonanztomografie

Um mehr zu erfahren, wird auch eine Magnetresonanztomografie (MRT, auch MRI) Untersuchung angeordnet. Mit dieser Untersuchungsmethode lassen sich mögliche Entzündungsherde (Läsionen) im Gehirn oder Rückenmark als weiße Flecken darstellen. Dennoch kann das Vorliegen einer Multiplen Sklerose nicht ausschließlich durch eine MRT-Untersuchung festgestellt werden.

Lumbalpunktion

In der Regel wird auch noch eine Liquoruntersuchung durchgeführt. Mittels Lumbalpunktion wird dabei Nervenwasser (Liquor) aus dem Rückenmarkskanal entnommen. Eine Laboruntersuchung des Liquors gibt Aufschluss, ob bestimmte Eiweißkörper eine besondere Form der Entzündung im Zentralnervensystem nahelegen. Doch auch dies allein ist noch kein schlüssiger Beweis für das Vorliegen von MS.

Evozierte Potentiale

Eine weitere mögliche Untersuchung, die Ihre Neurologin bzw. Ihr Neurologe durchführen lässt, ist eine Untersuchung durch visuell und akustisch evozierte Potentiale (VEP bzw. AEP). Dabei wird festgestellt, ob die Leitungsgeschwindigkeit eines Nervs durch eine mögliche Entmarkung (Verletzung der Myelinschicht) verringert ist. Hierzu werden kleine Elektroden am Kopf angebracht, mit denen die Hirnströme überwacht und die Reaktionen auf visuelle und akustische Reize festgestellt werden können. Normalerweise reagiert das Gehirn fast sofort, aber im Falle der Entmarkung kann eine Verzögerung eintreten. Dieser Test ist nicht schmerzhaft und wird ambulant durchgeführt.

Diese Schritte sind nicht nur notwendig, um die Diagnose einer Multiplen Sklerose zu sichern, sondern auch wichtig, um andere Krankheiten, die eine Multiple Sklerose vortäuschen könnten, auszuschließen.

Die Diagnose der Multiplen Sklerose kann mit dem Zusammensetzen eines Puzzles verglichen werden: Je mehr positive Befunde vorliegen, desto wahrscheinlicher liegt eine Multiple Sklerose vor. Doch in den vielen Fällen wartet die behandelnde Ärztin bzw. der behandelnde Arzt noch einen zweiten Krankheitsschub ab, ehe die Diagnose Multiple Sklerose endgültig gestellt wird.

Im MS-Lesebuch von Prof. Fritz Leutmezer erfahren Sie mehr über die Diagnose der Multiplen Sklerose.