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Teilhabe am Arbeitsmarkt

Ausgleichstaxfonds sichern: Arbeitsmarktteilhabe braucht Verlässlichkeit

Im Rahmen einer Pressekonferenz des Österreichischer Behindertenrat am 2. März 2026 in Wien wurde die angespannte Lage am Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderungen deutlich thematisiert. Aus Sicht der Multiple-Sklerose-Gesellschaft zeigt sich hier eine Entwicklung, die besonders für Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose von großer Relevanz ist. Besonders hervorgehoben wurde dabei auch die Rolle von Klaus Widl, Präsident des Österreichischen Behindertenrats, der die aktuellen Entwicklungen und notwendigen politischen Schritte klar einordnete.

Steigende Arbeitslosigkeit als Warnsignal

Die aktuellen Zahlen belegen einen spürbaren Anstieg der Arbeitslosigkeit in dieser Personengruppe. Gleichzeitig ist auch die Gesamtzahl jener gestiegen, die arbeitslos gemeldet sind oder an Schulungsmaßnahmen teilnehmen. Für viele Betroffene bedeutet das zusätzliche Unsicherheit und erschwerte Perspektiven am Arbeitsmarkt.

Gerade für Menschen mit Multipler Sklerose, bei denen sich gesundheitliche Einschränkungen oft im Laufe der Zeit verändern, ist ein stabiler und unterstützender Arbeitsmarkt besonders wichtig.

Bedeutung des Ausgleichstaxfonds

Ein zentrales Thema der Pressekonferenz war die Zukunft des Ausgleichstaxfonds. Aus diesem Fonds werden wichtige Maßnahmen wie Arbeitsassistenz, Jobcoaching und die Anpassung von Arbeitsplätzen finanziert.

Diese Unterstützungsangebote sind entscheidend, um Menschen mit Behinderungen eine nachhaltige Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen. Klaus Widl betonte dabei die große Bedeutung dieser Instrumente und unterstrich, dass sie kein Zusatzangebot, sondern eine zentrale Voraussetzung für berufliche Teilhabe darstellen. Aus Sicht der Multiple-Sklerose-Gesellschaft sind sie insbesondere für Personen mit chronischen Erkrankungen unverzichtbar, da sie individuell auf unterschiedliche Bedürfnisse eingehen.

Sorge vor finanziellen Einschnitten

Besorgnis löst die geplante Reduktion der staatlichen Zuschüsse ab dem Jahr 2027 aus. Eine Kürzung dieser Mittel würde bestehende Unterstützungsstrukturen gefährden und könnte dazu führen, dass weniger Menschen Zugang zu notwendigen Hilfsangeboten erhalten.

Klaus Widl warnte in diesem Zusammenhang vor den Folgen solcher Einschnitte und betonte, dass kurzfristige Einsparungen langfristig höhere soziale und wirtschaftliche Kosten verursachen können. Für Menschen mit Multipler Sklerose hätte dies direkte Auswirkungen auf ihre Beschäftigungschancen und die Möglichkeit, im Erwerbsleben zu bleiben oder dorthin zurückzukehren.

Arbeit als Teilhabe und Selbstbestimmung

Die Verpflichtungen aus der UN-Behindertenrechtskonvention machen deutlich, dass der Zugang zum Arbeitsmarkt ein grundlegendes Menschenrecht ist. Arbeit bedeutet nicht nur Einkommen, sondern auch soziale Integration, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe.

Klaus Widl hob hervor, dass ein Arbeitsplatz für Menschen mit Behinderungen – und damit auch für Menschen mit Multipler Sklerose – ein zentraler Baustein für ein selbstbestimmtes Leben ist.

Forderung nach langfristiger Absicherung

Die Multiple-Sklerose-Gesellschaft unterstützt die klar formulierte Forderung von Klaus Widl und dem Behindertenrat nach einer nachhaltigen und verlässlichen Finanzierung des Ausgleichstaxfonds. Nur mit stabilen Rahmenbedingungen können bestehende Unterstützungsangebote erhalten und weiterentwickelt werden.

Ziel muss es sein, Menschen mit Multipler Sklerose und anderen Behinderungen echte Chancen auf Teilhabe am Arbeitsmarkt zu ermöglichen und ihre Lebensqualität langfristig zu sichern.

Weiterlesen:

https://www.behindertenrat.at/aktuelles/news/ausgleichstaxfonds-langfristig-absichern/

© pexels / marcus aurelius

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