Skip to content

Suche

Mitgliedschaft Jetzt spenden

Ernährung bei MS

Eine ausgewogene Ernährung kann das Wohlbefinden von Menschen mit Multipler Sklerose (MS) deutlich beeinflussen. Zwar gibt es keine spezielle „MS-Diät“, aber eine abwechslungsreiche, antientzündliche Ernährung kann helfen, Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.

Das Verdauungssystem spielt dabei eine Schlüsselrolle: Es beeinflusst Stoffwechsel, Hormonproduktion und sogar das Immunsystem.

Ein gesundes Körpergewicht ist ebenfalls wichtig – besonders bei eingeschränkter Mobilität. Übergewicht belastet den Bewegungsapparat und erhöht das Risiko für:

  • Diabetes Typ 2
  • Bluthochdruck
  • Fettstoffwechselstörungen

Gleichzeitig kommt bei vielen Menschen mit MS auch Mangelernährung vor – selbst bei Übergewicht. Ein Mangel an Eiweiß, Vitaminen oder Mineralstoffen kann die Gesundheit zusätzlich beeinträchtigen.

Antientzündliche Kost

Der Zusammenhang zwischen Ernährung und MS wird noch erforscht.

Erste Studien zeigen jedoch: Eine antientzündliche Ernährungsweise kann MS-Symptome positiv beeinflussen.

Was bedeutet „antientzündliche Kost“?

Die antientzündliche Kost ist keine kurzfristige Diät, sondern eine langfristige, gesunde Mischkost.

Das bedeutet:

  • mehr Lebensmittel mit entzündungshemmenden Inhaltsstoffen
    (z. B. Omega-3-Fettsäuren, Antioxidantien)
  • weniger entzündungsfördernde Bestandteile
    (z. B. Arachidonsäure aus tierischen Fetten)

Warum sind bestimmte Fette problematisch?

Bei MS greift das überaktive Immunsystem körpereigene Zellen an. Dadurch entstehen Entzündungen im zentralen Nervensystem.

Bestimmte Fette – vor allem mit viel Arachidonsäure – können diese Entzündungen zusätzlich fördern. Sie stecken besonders in:

  • Wurst
  • Schweinefleisch
  • fetten Milchprodukten

Empfehlenswert ist daher eine bewusste Auswahl entzündungshemmender Fette, z. B. aus:

  • Fisch
  • Nüssen
  • pflanzlichen Ölen

Welche Lebensmittel sind empfehlenswert?

01

Eiweiß-Alternativen zu Wurst und Fleisch

Gute Eiweißquellen bei fleischarmer Ernährung sind:

  • Milchprodukte
  • Käse
  • Sojaprodukte
  • Hülsenfrüchte
  • Nüsse
02

Fisch

Ja. Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend. Die Vorteile überwiegen in der Regel mögliche Risiken.

Empfehlungen:

  • bevorzugt Bio-Fisch wählen
  • Fischölkapseln nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen

Wichtig: Mehr als 2 g Fischöl pro Tag können Risiken erhöhen (z. B. stärkere Blutungsneigung). Die Lipidwerte sollten nach 8 bis 12 Wochen kontrolliert werden.

03

Obst und Gemüse

Ja, Obst und Gemüse sollten möglichst täglich gegessen werden.

Sie liefern:

  • Vitamine
  • Mineralstoffe
  • Antioxidantien

Diese unterstützen das Immunsystem und können Entzündungen hemmen.

04

Margarine oder Butter

Butter ist in kleinen Mengen (1 bis 2 Teelöffel täglich) unproblematisch.

Margarine enthält häufig gehärtete Fette, ist oft reich an Omega-6-Fettsäuren und meist nicht entzündungshemmend. Sie sollte daher, wenn überhaupt nur in Maßen konsumiert werden.

Zum Kochen wird daher Rapsöl oder Olivenöl empfohlen.

05

Kaffee

Ja. 2 bis 3 Tassen täglich gelten als unbedenklich.

06

Zucker

Schränken Sie ihren Zuckerkonsum ein.

Als empfehlenswert gilt, dass maximal 10 Prozent der täglichen Energiezufuhr aus Zucker stammen sollten. Bei einem Tagesbedarf von 2.000 kcal sind das etwa 50 Gramm pro Tag.

Achten Sie besonders auf versteckten Zucker in Fertigprodukten.

07

Rauchen und Alkohol

Rauchen wird bei MS nicht empfohlen. Es kann Entzündungen im Körper fördern und somit den Krankheitsverlauf verschlechtern.

Kleine Mengen Alkohol sind für viele Menschen mit MS meist unproblematisch. Die Verträglichkeit von Alkohol ist individuell verschieden. Es ist deshalb sinnvoll, auf die eigene Reaktion zu achten.

Vitamin D

Vitamin D unterstützt Gehirnfunktionen und schützt Nervenzellen. Ein Mangel kann Schübe und Gehirnläsionen begünstigen.

Eine Überdosierung von Vitamin D kann gefährlich sein.

Mögliche Folgen einer Überdosierung:

  • Zu viel Kalzium im Blut (Hyperkalzämie)
  • Langfristige Schäden an Organen, zum Beispiel an Nieren oder Herz

Wichtig

Lassen Sie Ihren Vitamin D-Bedarf ärztlich bestimmen, bevor Sie Präparate einnehmen.

Spezielle Ernährungsformen bei MS

Viele Menschen mit MS probieren verschiedene Ernährungsformen aus. Derzeit gibt es keine Diät, die den Verlauf der MS sicher beeinflusst. Radikale Diäten oder Diätpillen können den Körper schwächen. Sie belasten den Stoffwechsel und können die Wirkung von Medikamenten stören.

Einige Ernährungsweisen – wie die mediterrane oder antientzündliche Ernährung – werden aber wissenschaftlich untersucht und zeigen erste positive Hinweise.

Deshalb gilt: Größere Veränderungen sollten Sie immer mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Ernährungsexpertin, Ihrem Ernährungsexperten besprechen.

Wichtig

Nicht jede Diät ist alltagstauglich. Besonders bei Darmbeschwerden, Allergien oder speziellen Ernährungsformen (z. B. vegan, vegetarisch, keto oder glutenfrei) ist eine Ernährungsberatung sinnvoll.

Suche