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Was ist MS?

Die genaue Ursache der Multiple Sklerose ist noch nicht vollständig bekannt. Man weiß aber, dass das Immunsystem eine zentrale Rolle spielt.

Normalerweise schützt das Immunsystem den Körper. Es erkennt fremde Erreger wie Bakterien oder Viren und bekämpft sie.

Bei MS funktioniert dieser Schutz nicht richtig. Das Immunsystem greift fälschlicherweise körpereigenes Gewebe an. Das nennt man eine Autoimmunerkrankung.

Die Multiple Sklerose ist die häufigste Autoimmunerkrankung des Nervensystems.

Was passiert im Nervensystem bei MS?

Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark sind von einer schützenden Hülle umgeben. Diese Hülle heißt Myelin. Sie sorgt dafür, dass Nerven Informationen schnell weiterleiten können.

Bei MS kommt es zu Entzündungen, die die Hülle schädigen. Dieser Vorgang heißt Demyelinisierung. In weiterer Folge können auch die Nervenzellen selbst beschädigt werden.

Welche Folgen hat die Schädigung?

Ist das Myelin beschädigt, können Nerven Signale nur noch verlangsamt oder unvollständig weitergeben.

Je nachdem, welche Bereiche des Nervensystems betroffen sind, kann es zu unterschiedlichen Beschwerden kommen, zum Beispiel zu Störungen des Sehens, der Bewegung oder des Gefühls.

Namensherkunft

Bei Multiple Sklerose bilden entzündete Stellen Sklerosen im Nervengewebe. Das sind mehrere feste, verhärtete Stellen. Der Name „Multiple Sklerose“ bedeutet „mehrere Verhärtungen“.

Dieser Befund wurde bereits im 19. Jahrhundert bei Obduktionen beschrieben und gab der Erkrankung ihren heutigen Namen.

Wie erklärt sich die Wirkung von MS-Medikamenten?

Die Schädigung bei Multiple Sklerose entsteht durch Entzündungen. Moderne Therapien setzen deshalb am Immunsystem an. Diese Medikamente nennt man Immuntherapien.

In der frühen, schubförmigen Phase spielen bestimmte Abwehrzellen im Blut, die Lymphozyten, eine wichtige Rolle.

In späteren, chronischen Phasen wird das Fortschreiten der Erkrankung eher durch anhaltende Entzündungen im Nervensystem bestimmt. Diese sind für viele Therapien nur schwer erreichbar. Fachleute nennen das „smouldering MS“ (schwelende MS).

Vorhersagbarkeit der Multiple Sklerose

Die Forschung, besonders im Bereich der Neuroimmunologie, hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Viele Zusammenhänge sind jedoch noch nicht vollständig verstanden.

Die einzelnen Risikofaktoren beeinflussen das MS-Risiko nur gering.

Für einzelne Menschen lässt sich also nicht vorhersagen, ob sie eine MS entwickeln.

Beeinflussbare Risikofaktoren

01

Rauchen

Rauchen verschlechtert den Verlauf der MS und sollte vermieden werden.

02

Ernährung & Vitamin D

Die Ernährung kann vermutlich Entzündungsprozesse beeinflussen.

Ein Vitamin-D-Mangel sollte ausgeglichen werden. Ein zu hoher Vitamin-D-Spiegel kann jedoch schädlich sein, z.B. durch Kopfschmerzen, Übelkeit oder Nierenprobleme.

03

Übergewicht

Übergewicht kann Entzündungen im Körper begünstigen.

Ein allgemein gesunder Lebensstil ist deshalb wichtig. Dazu gehören regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung – z.B. nach dem Vorbild der Mittelmeerkost – und ein normales Körpergewicht.

Eine spezielle Diät, die Multiple Sklerose nachweislich verhindert oder verbessert, gibt es bisher nicht.

Nicht beeinflussbare Risikofaktoren

01

Epstein-Barr-Virus (EBV)

Fast alle Menschen infizieren sich im Jugendalter mit dem EBV, meist ohne Beschwerden. Manche entwickeln das Pfeiffersche Drüsenfieber („Kissing Disease“).

Hohe Antikörperspiegel gegen EBV können Ähnlichkeiten mit Eiweißstoffen des Nervensystems zeigen. Ob daraus eine MS entsteht, hängt von der Aktivität bestimmter Immunzellen ab. Diese wird auch durch genetische Faktoren beeinflusst.

Neue Forschung aus Wien zeigt, dass die Kombination aus EBV-Infektion und bestimmten Genvarianten das MS-Risiko deutlich erhöht.

Eine Impfung wird entwickelt, ist aber noch nicht verfügbar.

02

Genetische Faktoren

Es gibt eine leichte familiäre Häufung, aber MS ist keine klassische Erbkrankheit. Heute kennt man über 236 Genorte, die das Risiko beeinflussen können. Es gibt also kein einzelnes Gen, das MS auslöst.

Viele dieser Gene gehören zum HLA-System, das die Immunreaktionen des Körpers reguliert.

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