Angehörige von Menschen mit MS
Die Diagnose Multiple Sklerose betrifft nicht nur die erkrankte Person. Auch Partner:innen, Kinder, Eltern, Freund:innen und andere nahestehende Menschen sind betroffen.
Viele Angehörige erleben Veränderungen im Alltag, Unsicherheit oder Überforderung.
Häufige Fragen sind zum Beispiel:
- Was braucht mein Gegenüber jetzt?
- Wie kann ich unterstützen, ohne zu viel zu übernehmen oder mich selbst zu überfordern?
Gefühle ernst nehmen
Unsicherheit, Angst oder Hilflosigkeit sind normale Reaktionen.
Wichtig ist, diese Belastungen ernst zu nehmen und sich Zeit für die Anpassung zu geben. Unterstützung durch Fachpersonen kann in dieser Phase sehr entlastend sein.
Was hilft im Umgang mit der neuen Situation?
Ein offener und realistischer Umgang mit der Erkrankung ist für alle Beteiligten hilfreich. Dazu gehört, über Sorgen und Erwartungen zu sprechen und auch Hilfe anzunehmen.
Veränderungen brauchen Zeit. Es ist in Ordnung, wenn nicht sofort alles klar ist.
Gespräche können helfen, Überforderung früh zu erkennen und gemeinsam neue Wege für den Alltag zu finden.
Wie wirkt sich MS auf Partnerschaft und Familie aus?
Multiple Sklerose kann Beziehungen auf unterschiedliche Weise beeinflussen. Sie kann die emotionale Nähe vertiefen, aber auch Spannungen entstehen lassen.
Eine erfolgreiche Krankheitsbewältigung ist wahrscheinlicher, wenn Sorgen, Unsicherheiten und Bedürfnisse offen angesprochen werden.
Grundsatz: Sprechen Sie offen, hören Sie zu und akzeptieren Sie Grenzen – auf beiden Seiten.
Was stärkt Familien langfristig?
Organisation
Eine gute Organisation hilft der Familie.
Dazu gehören:
- Struktur im Alltag
- Flexibilität
- Zusammenhalt
Kommunikation
Kommunikation ist ebenfalls wichtig.
Dazu gehört:
- Regelmäßiger Austausch
- Ehrliche Gespräche über Gefühle
- Gemeinsames Lösen von Problemen
Geteilte Werte und Halt
Geteilte Werte und Halt stärken Familien in schwierigen Situationen.
Dazu gehört:
- Sinn zu finden
- zuversichtlich nach vorne zu schauen
- auf persönliche oder auch spirituelle Kraftquellen zurückzugreifen
Selbstfürsorge
Gespräche, Entlastungsangebote und fachliche Beratung helfen, Überforderung zu vermeiden und die eigene Gesundheit zu schützen.
Nur wer gut für sich sorgt, kann langfristig für andere da sein.
Angehörige sind Teil des Weges
Eine MS-Diagnose verändert vieles, aber nicht alles. Angehörige sind ein wichtiger Teil des gemeinsamen Weges.
Mit gegenseitigem Verständnis, Respekt und offener Kommunikation kann auch in schwierigen Zeiten ein gemeinsamer Umgang gefunden werden.
Pflegende Angehörige
Viele Angehörige übernehmen organisatorische Aufgaben, begleiten emotional oder unterstützen bei der Pflege.
Oft wird dabei übersehen, dass auch pflegende Angehörige selbst Unterstützung brauchen.