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Therapien der 3. Wahl

Therapien der 3. Wahl2019-01-24T13:57:21+02:00

Andere Intervalltherapien (Therapien der 3. Wahl)

Mitoxantron (Novantron®, Ebexantron®), Cyclophosphamid (Endoxan®) und Azathioprin (Imurek®) sind Therapien der dritten Wahl bei Multipler Sklerose.

Mitoxantron (Novantron®, Ebexantron®)

Infusion alle 3 Monate

Wirkung:
Mitoxantron ist ein Zytostatikum, es hemmt die Zellteilung, die Bildung von Abwehrzellen wird vermindert und das Immunsystem wird auf diese Weise unterdrückt.

Nebenwirkungen:
Übelkeit, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, nach der Infusion kann es zu einer ungefährlichen bläulichen Verfärbung des Urins kommen.
Bei steigender Gesamtdosis ergibt sich ein zunehmendes Risiko einer Herzschädigung sowie ein später gehäuftes Auftreten von Tumorerkrankungen

Vor jeder Infusion muss ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden. Die Therapie soll 6 Monate vor geplanter Schwangerschaft von Frauen und Männern abgesetzt werden.
Die Substanz geht in die Muttermilch über, es soll nicht gestillt werden.

Cyclophosphamid (Endoxan®)

Infusion:
Dosierung abhängig von der Krankheitsaktivität

Wirkung:
Die Substanz hat ähnlich dem Mitoxandron stark immunsuppressive Eigenschaften.

Nebenwirkungen:
Übelkeit, Erbrechen, blutige Harnblasenentzündungen, vorübergehender Haarausfall

Immunglobuline
monatliche Infusion

Wirkung:
Immunglobuline sind natürliche Eiweißbestandteile des Blutes, die aus Spenderblut gewonnen werden. Die Substanz wird bei verschiedenen neurologischen Erkrankungen verabreicht, der Nutzen bei Multipler Sklerose konnte nicht überzeugend nachgewiesen werden. Befürworter schreiben der Substanz einen möglichen positiven Reparatureffekt an den Nervenzellen zu, die Relevanz dieses Effekts ist auch bis heute unklar.

Nebenwirkungen:
Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit, extrem selten kann es zu Nierenversagen und Thrombosen kommen.

Azathioprin (Imurek®)

Tablette

Bei der Substanz handelt es sich um eines der ersten Immunsuppressiva. Sie galt zuerst als wirksam bis 1988 eine große placebokontrollierte Studie keinen signifikanten Effekt gegenüber Placebo nachweisen konnte.
In jüngster Zeit erlebt Azathioprin eine gewisse Renaissance, seit Studien laufen, die einen möglichen Nutzen einer Kombinationstherapie mit Betaferon, Rebif oder Immunglobulinen vermuten.