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Manuela Lanzinger, Vizepräsidentin Österreichischer Behindertenrat erhält Staatspreis

Staatspreis für „Urban Heat Equality“: Manuela Lanzinger bringt die Perspektive von Menschen mit MS in die Forschung ein

Ein bedeutender Erfolg für die Forschung und ein wichtiges Zeichen für mehr soziale Gerechtigkeit im Umgang mit den Folgen des Klimawandels: Das Forschungsprojekt „Urban Heat Equality“, an dem Manuela Lanzinger, Vorstandsmitglied der Österreichischen MS-Gesellschaft, mitwirkt, wurde mit dem Staatspreis für Klimawandelanpassung ausgezeichnet.

Wenn Hitze zur Herausforderung wird

Die Auswirkungen des Klimawandels sind in unseren Städten längst spürbar. Immer häufigere Hitzewellen, versiegelte Flächen und fehlende Grünräume führen dazu, dass sich urbane Gebiete besonders stark aufheizen. Doch Hitze ist nicht nur eine ökologische, sondern auch eine gesellschaftliche Herausforderung.

Nicht alle Menschen sind gleichermaßen von hohen Temperaturen betroffen. Besonders ältere Menschen, Kinder sowie Personen mit chronischen Erkrankungen leiden unter der zunehmenden Hitzebelastung. Genau hier setzt das Forschungsprojekt „Urban Heat Equality“ an: Es untersucht, wie Städte auf die steigenden Temperaturen reagieren können – und wie Klimaanpassungsmaßnahmen so gestaltet werden, dass sie allen Menschen gleichermaßen zugutekommen.

Hitze und Multiple Sklerose

Für Menschen mit MS spielt Hitze eine besondere Rolle. Bereits eine leichte Erhöhung der Körpertemperatur – etwa durch sommerliche Temperaturen, körperliche Anstrengung oder Fieber – kann zu einer vorübergehenden Verschlechterung neurologischer Symptome führen. Dieses sogenannte Uhthoff-Phänomen ist zwar kein Krankheitsschub und bildet sich nach einer Abkühlung in der Regel wieder zurück, kann den Alltag jedoch erheblich beeinträchtigen.

Viele Betroffene berichten bei Hitze über verstärkte Fatigue, Sehstörungen, Konzentrationsprobleme oder eine allgemeine Verschlechterung ihres Wohlbefindens. Umso wichtiger ist es, dass Städte künftig hitzefreundlicher gestaltet werden und die Bedürfnisse besonders vulnerabler Bevölkerungsgruppen in der Planung berücksichtigt werden.

Forschung mit Blick auf den Menschen

„Urban Heat Equality“ verbindet Erkenntnisse aus Klimaforschung, Stadtplanung, Gesundheitswissenschaften und Sozialforschung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Klimaanpassung nicht nur technisch wirksam, sondern auch sozial gerecht umgesetzt werden kann.

Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist die Einbindung von Menschen, die selbst mit chronischen Erkrankungen leben. Ihre Erfahrungen liefern wertvolle Perspektiven, die in klassischen Planungsprozessen oft zu wenig berücksichtigt werden. Dass Manuela Lanzinger ihre Expertise und ihre Erfahrungen als Vertreterin der MS-Community in dieses Forschungsprojekt einbringt, unterstreicht die Bedeutung von Selbstvertretung und Partizipation in der Wissenschaft.

Klimaanpassung braucht Vielfalt

Die Auszeichnung mit dem Staatspreis für Klimawandelanpassung macht deutlich, wie wichtig interdisziplinäre Zusammenarbeit geworden ist. Gesundheit, Klimawandel und soziale Teilhabe lassen sich nicht getrennt voneinander betrachten. Vielmehr braucht es Lösungen, die ökologische Herausforderungen mit den Bedürfnissen der Menschen verbinden.

Das Projekt „Urban Heat Equality“ zeigt, dass Klimaanpassung weit mehr ist als eine technische Aufgabe. Sie ist auch eine Frage der Chancengleichheit, der Lebensqualität und einer inklusiven Gesellschaft, in der niemand aufgrund von Alter, Krankheit oder anderen Lebensumständen benachteiligt wird.

Wir gratulieren Manuela Lanzinger und dem gesamten Projektteam herzlich zu dieser verdienten Auszeichnung und freuen uns über dieses wichtige Signal für eine klimafitte und sozial gerechte Zukunft.

Manuela Lanzinger, Vizepräsidentin Österreichischer Behindertenrat erhält Staatspreis
Manuela Lanzinger, Vizepräsidentin Österreichischer Behindertenrat erhält Staatspreis. (c) Christoph Gruber / BOKU University

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