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Intervalltherapie

Intervalltherapie 2019-01-29T09:48:17+00:00

Intervalltherapie

Das Ziel der medikamentösen Langzeittherapie bei Multipler Sklerose ist, das Immunsystem so zu verändern, dass Entzündungen im Gehirn erst gar nicht entstehen. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Medikamenten mit unterschiedlichen Wirkmechanismen und Wirkstärke, aber auch unterschiedlichen Anwendungsformen und Nebenwirkungen.

Medikamente, die zur Langzeittherapie zum Einsatz kommen, beeinflussen das Immunsystem oder schränken dessen Funktion ein. Mit der immunmodulatorischen Stufentherapie kann ein Fortschreiten entzündlicher Veränderungen verhindert werden. Zur Beeinflussung des Immunsystems kommen Immunmodulatoren zum Einsatz, während Immunsuppressiva die Funktion des Immunsystems einschränken.

Ziele der verlaufsmodifizierenden Therapie der Multiplen Sklerose:
Reduktion der Schubfrequenz, Verringerung der Krankheitsaktivität (MRT) und Verzögerung der Krankheitsprogression

Welche Therapie zum Einsatz kommt, hängt von der Verlaufsform und der Krankheitsaktivität sowie vom Nebenwirkungsspektrum und möglicherweise vorhandenen Kontraindikationen, der bevorzugten Verabreichungsform und -frequenz, Begleiterkrankungen und der Familienplanung ab.

Schubförmig remittierende Multipler Sklerose (RRMS)

Bei Menschen mit schubförmig remittierender Multipler Sklerose (RRMS) kommt eine medikamentöse Therapie in Frage, wenn in den vergangenen zwei Jahren zwei oder mehr Schübe auftraten.

  • Erstlinientherapien: Dimethylfumarat, Glatirameracetat, Interferon-beta-1a (Injektion in den Muskel oder unter die Haut), Interferon-beta-1b, pegyliertes Interferon, Teriflunomid
  • Eskalationstherapien: Alemtuzumab, Cladribin, Fingolimod, Natalizumab und Ocrelizumab, selten: Mitoxantron

Primär progrediente MS (PPMS)

Bei Menschen mit  früher primär progredienter Multipler Sklerose (PPMS) kommt Ocrelizumab  zum Einsatz.

Sekundär progrediente Multiple Sklerose (SPMS)

Geht der zu Erkrankungsbeginn schubförmige Verlauf in ein kontinuierliches Fortschreiten der Erkrankung über, stehen Interferone und Mitoxantron zur Verfügung.

Basistherapien

Darunter versteht man Substanzen, die aufgrund ihres günstigen Nebenwirkungsprofils bereits am Beginn der Erkrankung eingesetzt werden.
Die Medikamente können eine signifikante Reduktion der Schübe (bis ca. 30%) und deren Auswirkungen bewirken.

Medikamente, die im Rahmen einer Langzeittherapie eingesetzt werden

  • Interferon-beta 1a (Avonex®) 1 Mal pro Woche, subkutane Injektion
  • Interferon-beta 1a (Rebif®) 3 Mal pro Woche, subkutane Injektion
  • Peginterferon-beta 1a (Plegridy®) alle 14 Tage, subkutane Injektion
  • Interferon-beta 1b (Betaferon®) jeden 2. Tag, subkutane Injektion
  • Glatirameracetat (Copaxone®) 1 Mal täglich, subkutane Injektion
  • Glatirameracetat (Perscleran®) 1 Mal täglich, subkutane Injektion
  • Teriflunomid (Aubagio®) 1 Mal täglich, Tablette
  • Dimethylfumarsäureester (Tecfidera®) 2 Mal täglich, Kapsel
  • Natalizumab (Tysabri®) alle 6 Wochen, Infusion
  • Fingolimod (Gilenya®) 1 Mal täglich, Kapsel
  • Alemtuzumab (Lemtrada®): an 5 Tagen im ersten Behandlungsjahr, an 3 Tagen im zweiten Behandlungsjahr, Infusion
  • Cladribin (Mavenclad®): im ersten Behandlungsjahr im Monat 1 und 2, im zweiten Behandlungsjahr im Monat 13 und 14, abhängig von der benötigten Anzahl an Tabletten an 4 oder 5 Tagen, Tablette
  • Ocrelizumab (Ocrevus®): halbjährlich 600 mg als Infusion, bei der erstmaligen Verabreichung aufgeteilt auf 2 Einzeldosen im Abstand von 14 Tagen