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Steuerfreibeträge

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Steuerfreibeträge 2017-10-30T16:06:00+00:00

Steuerfreibeträge

im Rahmen der Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerveranlagung

Aufwendungen für die eigene Behinderung oder die des Partners können bei der Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerveranlagung als außergewöhnliche Belastungen steuermindernd geltend gemacht werden. Sie benötigen dazu einen Nachweis Ihrer Behinderung (bzw. der Behinderung Ihres Partners/Ihrer Partnerin), entweder in Form einer amtsärztlichen Bestätigung oder mittels Behindertenpass.

Ausgaben für Medikamente, Kuren, Spitalskosten oder Hilfsmittel gehören zu den „außergewöhnlichen Belastungen unter Berücksichtigung des Selbstbehaltes“, d.h. für die Berücksichtigung in der Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerveranlagung müssen die Ausgaben den Selbstbehalt, der von der Höhe des Gesamtjahreseinkommens abhängt, übersteigen. Liegen die tatsächlichen Kosten unterhalb des Selbstbehaltes, wirken sie sich nicht steuermindernd aus.

Pauschale Freibeträge

Ab einem Grad der Behinderung von 25 % erhalten Sie pauschale Freibeträge, gestaffelt nach dem Grad der Behinderung. Als Nachweis dient der Bescheid des Behindertenpasses.

Wenn Sie Pflegegeld beziehen, entfällt allerdings der Freibetrag. Sie können zusätzlich zum Pauschalbetrag auch die tatsächlichen Kosten für Heilmittel, Diäten etc. geltend machen („außergewöhnliche Belastungen ohne Berücksichtigung des Selbstbehaltes“). Auch Kosten der Heilbehandlung (Arzt- und Spitalskosten, Kur- und Therapiekosten, Kosten für Medikamente im Zusammenhang mit der Behandlung) können ohne Kürzung durch Selbstbehalt berücksichtigt werden.

Tipp für Autofahrer

Außerdem besteht ein zusätzlicher Steuerfreibetrag für Menschen mit Behinderung, die auf die Verwendung eines PKW für Privatfahrten angewiesen sind. Für dauernd stark gehbehinderte Personen gilt das große Pendlerpauschale, wenn die Benutzung eines öffentlichen Verkehrsmittels nicht zumutbar ist (Entfernung zum Arbeitsplatz mehr als 2 km). Das Fahrzeug muss auf die behinderte Person zugelassen sein. Die Gehbehinderung wird entweder durch den Ausweis nach § 29b StVO oder durch die entsprechende Eintragung im Behindertenpass nachgewiesen. Für gehbehinderte Personen mit einer Erwerbsminderung von mehr als 50% gibt es die Möglichkeit, Taxikosten in der Höhe eines Pauschalbetrages geltend zu machen, sofern sie über keinen eigenen PKW verfügen.

Erhöhung der Steuergutschrift (Negativsteuer) seit 2016

Die Negativsteuer ist eine Steuergutschrift (Sozialversicherungsrabatt) für Personen mit einem Einkommen, das unter der Lohnsteuerpflicht liegt.

Seit dem Veranlagungsjahr 2016 bekommen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine Negativsteuer von 50 % der Sozialversicherungsbeiträge, maximal € 400,00 jährlich. Der Erstattungsbetrag erhöht sich auf maximal € 500,00 für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Anspruch auf Pendlerpauschale.
Nähere Informationen zum Pendlerpauschale finden Sie hier.

Übergangsregelungen gelten bereits seit dem Jahr 2015. So können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch rückwirkend von den Negativsteuer profitieren. Für das Veranlagungsjahr 2015 wurde der maximale Erstattungsbeitrag von 10% auf 20% (von € 110,00 auf maximal € 220,00) angehoben. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Steuerfreibeträge bei Behinderungmit Anspruch auf Pendlerpauschale bekommen eine Anhebung von den bisherigen 18% auf 36% (maximal € 450,00).

Ausgleichszulagenbezieherinnen und -bezieher erhalten weiterhin keine Negativsteuer.

Viele Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmer, Pensionistinnen und Pensionisten verzichteten bisher aus unterschiedlichen Gründen auf die jährliche Arbeitnehmerveranlagung und damit auf ihre Steuergutschrift.

Seit 2016 gibt es die automatische Arbeitnehmerveranlagung für Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmer, Pensionistinnen und Pensionisten, die bis zum 30.6. des Folgejahres noch keinen Antrag eingereicht haben. Sollte ihnen laut Daten des Finanzamtes eine Steuergutschrift zustehen, erfolgt automatisch eine Arbeitnehmerveranlagung. Zuviel einbehaltene Steuer wird für die Anspruchsberechtigten ohne zusätzliche Amtswege erstattet.