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Kinderwunsch

Kinderwunsch 2017-11-14T09:08:11+00:00

Kinderwunsch bei Multipler Sklerose

Credit: Pixabay

Wenn Sie überlegen eine Familie zu gründen, so gibt es für Sie und Ihren Partner/Ihre Partnerin viele Fragen zu klären. Darunter sind auch sicher Fragen, ob und wie Multiple Sklerose Ihren Kinderwunsch beeinflusst.

Grundsätzlich ist die Erkrankung MS kein Hindernis um Kinder zu bekommen. Multiple Sklerose ist keine Erbkrankheit. Kinder haben daher nur ein geringfügig erhöhtes Risiko an MS zu erkranken, wenn ein oder beide Elternteile an MS erkrankt sind. (siehe Entstehung der MS)

Jedoch sind vor und während einer Schwangerschaft einige Themen zu beachten und mit Ihrer Neurologin/Ihrem Neurologen zu besprechen.

Vor der Schwangerschaft

Mütter mit MS

MS hat keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit bei Frauen. Die Dauer vom Kinderwunsch bis zum Eintritt einer Schwangerschaft liegt bei Frauen mit MS  bei 7, 1 Monaten.

MS hat keinen Einfluss auf die kindliche Entwicklung, die Dauer der Schwangerschaft oder die Art und Weise wie die Geburt verläuft.

Die Schwangerschaft hat wiederum auch keinen Einfluss auf den Verlauf der Multiplen Sklerose. Das heißt, das Risiko einen Schub oder eine chronische Verschlechterung zu erleiden ins insgesamt während der Schwangerschaft nicht erhöht.

Ob die Intervallltherapie vor der Schwangerschaft abgesetzt werden muss, hängt vom jeweilig verwendeten Präparat ab. (siehe Therapien)

Väter mit MS

MS hat keinen Einfluss auf die Zeugungsfähigkeit bei Männern, auch nicht unter immunmodulierenden Therapien. Ebenso ist die Kortisongabe bei der Schubtherapie hinsichtlich eines Kinderwunsches unbedenklich.

Während der Schwangerschaft

Schubtherapie: Kortisonpräparate sollten in den ersten 3 Schwangerschaftsmonaten gemieden werden, da ein geringes Missbildungsrisiko beim Kind nicht ausgeschlossen werden kann. Im 2. und 3. Schwangerschaftsdrittel kann Kortison bei beeinträchtigenden Schüben verwendet werden. Bei schweren Schüben ist auch eine Blutwäsche (Link Plasmapherese) eine Option.

Intervalltherapie: Ob eine Intervalltherapie während der Schwangerschaft möglich ist, hängt vom Präparat und auch von der Gewichtung Nutzen vs. Risiko ab. Link Therapien

Die Geburt

MS verursacht keine Risiko-Schwangerschaft. Der Aufenthalt im Krankenhaus im Rahmen einer Geburt ist durch die Multiple Sklerose nicht verlängert. Der Geburtsmodus (spontan vs. Kaiserschnitt) und die Wahl der Anästhesie wird aus geburtshilflichen Gründen bestimmt.

Nach der Schwangerschaft/Geburt

Wer vor der Schwangerschaft viele Schübe hatte, trägt auch nach der Schwangerschaft ein hohes Risiko für viele Schübe.

Stillen hat möglicherweise eine gewisse Schutzfunktion vor einem nächsten Schub. Die Gabe von Immunglobulinen nach der Geburt kann, wenn voll gestillt wird, das Schubrisiko möglicherweise senken.

Wird eine Schubtherapie während des Stillens notwendig, so können Kortisonpräparate gegeben werden. Kortison geht nur in sehr geringen Mengen in die Muttermilch über und wird rasch innerhalb von 3,5 Stunden abgebaut. Idealerweise wird daher das Kind am Morgen gestillt, dann erfolgt die Kortisongabe. Nach 4 Stunden wird die Muttermilch abgepumpt und verworfen. Diese Mahlzeit für das Kind wird ersetzt. Die darauffolgende Mahlzeit kann wieder gestillt werden.

Intervalltherapien: Während der Stillzeit kann keine Intervalltherapie gegeben werden! Nach dem Abstillen sollte sobald wie möglich wieder mit der Intervalltherapie begonnen werden!

MS und Verhütung

Es gibt keine Studien, die einen negativen Einfluss von hormonellen Verhütungsmitteln auf MS  nachgewiesen haben. Sie können daher alle gängigen hormonellen Verhütungsmethoden verwenden. Lediglich bei der Knaus-Ogino-Methode ist Vorsicht geboten.

Diese Zweitwahlmethode, bei der durch regelmäßige Messung der Körpertemperatur auf den Eisprung geschlossen wird, ist auch bei gesunden Frauen nicht immer zuverlässig. Durch Einfluss mancher Medikamente auf den Hormonspiegel kann die Sicherheit noch weiter beeinträchtigt werden.

Wir informieren Sie zu allen Fragen rund um Schwangerschaft und Familienleben.

Damit wir uns im Beratungszentrum ausreichend Zeit für Sie nehmen können, bitten wir um Terminvereinbarung per Telefon oder E-Mail:

Telefon: 01 409 26 69
MS-Telefon: 0800 311 340 (kostenlos von österreichischen Festnetz- und Mobiltelefonanschlüssen erreichbar)
E-Mail: office@msges.at